Wer war der Künstler? [Heft 4/10]
Das Gewinnspiel ist beendet (Einsendeschluss 12. Jan. 2011).
Wir bedanken uns bei den zahlreichen Teilnehmern; die Namen der Gewinner lesen Sie in der Ausgabe Nr. 6 (erscheint am 6. April).
Der Künstler war .... oder wollen Sie ausser Konkurenz mitraten?
Am Ende der Seite steht ein Link zur Lösung
„Eine Zeitlang stritt der Ingenieur mit dem Künstler“, hat er einmal geschrieben - der Ingenieur blieb Sieger und legte vor 70 Jahren den Grundstein für die digitale Revolution.
Bild: J. Schwartz
Der junge Mann links auf diesem 15 Jahre alten Foto lässt sich unschwer als Bill Gates identifizieren, dem unser Kandidat ein von ihm gemaltes Porträtbild überreicht. Angeblich hängt es heute im Arbeitszimmer des damaligen Microsoft-Chefs.
In diesem Jahr wäre Kuno See, so sein Pseudonym als Künstler, 100 Jahre alt geworden. Seine Arbeit als Konstrukteur und Unternehmer – er war der erste Industrielle in seiner Branche –, hinderte ihn nicht daran, über 500 Zeichnungen und Gemälde anzufertigen. Erst als Ruhe- ständler signierte er seine Werke mit sei- nem Namen; die Zeit des Wiederaufbaus hatte nicht nach Künstlerseelen, sondern nach Machern verlangt.
Als junger Mann stand ihm auch eine Karriere als Werbegrafiker offen. Doch führte ihn sein Weg in ein Architektur- büro. Er begann – aus Faulheit, wie er später anmerkte – an einem Apparat zu tüfteln, der ihm die mühseligen Statik- Berechnungen abnehmen konnte. Sein Patentantrag wurde wegen „mangelnder Erfindungshöhe“ abgelehnt; zum Glück verstanden auch die Nazis die Bedeutung der Erfindung nicht. Von den ersten Modellen überlebte nur eines den Krieg. Eine Weiterentwicklung lieferte der frisch gebackene Unternehmer zuerst an die Universität Zürich; die Firma fing an zu florieren. Doch erst die Amerikaner entfesselten die digitale Revolution, von welcher der Erfinder letztlich kaum profitierte. Breite Anerkennung fand er erst in seinen letzten Lebensjahren.
Künstlerische Anfänge als Werbegrafiker: Hier ein Entwurf für Ford.
Künstlerisches Schaffen
Sein künstlerisches Schaffen wies ihn als überaus begabten Amateur an der Grenze zur Professionalität aus. Er hatte schon als Schüler mit unterschiedlichen Techniken experimentiert. Aus der Studentenzeit sind überwiegend Plakatentwürfe erhalten, aus späterer Zeit Werbegrafiken. Danach brach sein künstlerisches Schaffen ab. In unmittel- barer Nachkriegszeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch Holzschnittarbeiten
mit alpenländischen Motiven und begann erst um 1960 wieder zu malen und auch erfolgreich auszustellen. „Es ist jedoch nicht vonnöten, bei der Leuchtkraft dieses Genies weitere Laternen anzuzünden“, sagt ein lebenslanger Weggefährte.
In späten Jahren wurde seine Kunst auch ungegenständlich.






